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Ein Einblick in meine Ernährung – Teil III Gib mir Fett

Autorin
Julia SchultzStudentin, Fitnesstrainerin, Bloggerinunser Team

Das böse Fett. Immer noch bei vielen verpönt. Zu Unrecht! Ihr merkt schon, ich kremple hier vielleicht die ein oder andere Denkweise um, denn Fett ist meiner Meinung nach überhaupt nicht als böse anzusehen. Unser Körper braucht Fett, genauso wie er Kohlenhydrate und Eiweiß braucht. Es kommt nur darauf an, wie fettschlau wir uns ernähren. Richtig gelesen: FETTSCHLAU. Ich glaube ich esse ziemlich viel Fett und habe trotzdem einen ziemlich athletischen Fettanteil in meinem Körper. Fett macht nicht gleich fett! Sportler brauchen Fett und alle anderen auch! Jedes Organ in unserem Körper ist von einer Zellmembran geschützt, die hauptsächlich aus Fettsäuren besteht. Auch das Immunsystem funktioniert nur, wenn es die richtigen Fettsäuren zur Verfügung hat. Außerdem, kann unser Körper die Vitamine A, D, E und K nur optimal aufnehmen, wenn ausreichend Fettsäuren zur Verfügung stehen. Mit zu wenig Fett oder den falschen Fettsäuren sind wir krankheitsanfälliger. Mit den richtigen Fettsäuren in der richtigen Menge können wir sogar unseren Fettstoffwechsel optimieren.

Es gibt gesättigte Fettsäuren, einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Alle diese Fettsäuren haben ihre individuelle Funktion im Körper, wir sollten aber trotzdem auf ein ausgewogenes Verhältnis achten.

Gesättigte Fettsäuren

Lange galten gesättigte Fettsäuren als „gefährlich“ und man sollte diese am Besten reduzieren oder ganz streichen, brachte man sie doch in Verbindung mit Fettleibigkeit und schlechten Cholesterinwerten. Heute kann man allerdings sagen, dass das wissenschaftlich nicht nachweisbar ist. Wir brauchen auch gesättigte Fettsäuren in unserer Ernährung. So schützt Buttersäure (enthalten in Milchfett  Sahne & Butter) z.B. unseren Darm und Laurinsäure (z.B. Kokosöl) stärkt unser Immunsystem und wird leicht von Muskeln in Energie umgewandelt.

Einfach ungesättigte Fettsäuren

Sie werden auch Omega-9-Fettsäuren genannt und stecken in Avocado, Olivenöl, Rapsöl, aber auch Butter. Omega-9 wirkt entzündungshemmend. Zusätzlich verbessern sie den Nährstoffaustausch in den Zellen, da sie die Fließfähigkeit der Membranen verbessert.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Auch Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren genannt. Wir brauchen diese, damit unser Körper Hormone herstellen kann. Generell können wir diese Fettsäuren nur über unsere Ernährung aufnehmen. Allerdings ist die Ausgeglichenheit zwischen diesen zwei Fettsäuren sehr wichtig, denn Omega-6 kann Entzündungen fördern wohingegen Omega-3 Entzündungen senkt. Daher wird ein Verhältnis von ca. 3 zu 1 empfohlen. Tatsächlich liegt das Verhältnis aber meist bei 10 zu 1, da wir vermehrt Omega-6-Fettsäuren zu uns nehmen. Doch wie können wir unsere Ernährung anpassen? Verringere den Omega-6-Gehalt in deiner Ernährung, in dem du z.B. Fertigprodukte und Getreide von deiner Liste streichst bzw. stark reduzierst. Außerdem enthalten Sonnenblumenöl und Sojaöl auch sehr viel Omega-6. Besser sind Rapsöl, Hanföl oder Leinöl. Wir sollten also den Verzehr dieser Öle bevorzugen. Zusätzlich können wir den Verzehr von Omega-3 erhöhen, indem wir mehr Fisch und Nüsse essen. Besonders Hering, Seelachs und Forelle sind gute Anwärter. Bei Nüssen sind es Leinsamen und Walnüsse.

Es ist also gar nicht so schwer fettschlau zu essen. Auch Gemüse enthält ein optimaleres Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 Fettsäuren. Ernähren wir uns also fettschlau und nicht fettarm, können wir unseren Fettstoffwechsel optimieren und noch so einiges für unsere Gesundheit tun. Stark oder?